"Windwheel" & Ich im Praxistest vor Schülern

Hätte man mir vor einiger Zeit prophezeit, dass ich bald vor 30 Schülern stehen würde, um als Pseudo-Lehrer zwei volle Schulstunden zu bestreiten, ich wär wohl vor Lachen aus dem Fenster gesprungen. Ich? Träumt weiter! Worst Case Szenario in Olos kleiner Welt. Tja, aber genau so kam es vor einer Woche, als meine Wenigkeit mit 30 Sechstklässlern eines Erfurter Gymnasiums in einen Raum gesperrt wurde. Aber anstatt aufgefressen zu werden, passierte etwas Unglaubliches (NO Clickbait ^^):

 

Sie waren Feuer und Flamme! Ich war mit meinem Animationsfilmkonzept "Windwheel" zu Besuch, um es an und mit der Zielgruppe zu testen. Innert zehn Minuten tauchten sie in die Erlebniswelt meiner Figuren und begannen selbstständig über die Figurenkonstellationen, die Dramaturgie oder die physikalischen Möglichkeiten der Fantasiewelt zu diskutieren. Ich war verblüfft und unglaublich beeindruckt wie schnell die Kinder die Geschichte aufnahmen und wie komplex ihre eigenen Ideen dazu waren - und vor allem wie enorm die Reaktion auf die Auflösung des Stoffes ausfielen. Zugegeben, alles ist besser als regulärer Unterricht, aber wenn Junge und Mädchen, von Klassenrabauken bis zur -Streberin gleichermaßen sich für 90 Minuten für die eigene Geschichte begeistern können, dann ist das ein schöne Bestätigung dafür, dass man scheinbar nicht vollends an der Zielgruppe vorbei plottete. Don Bluth hatte recht, unterschätze und unterfordere nicht dein (Kinder)Publikum!

 

P.s: Ich hatte ja schon immer Respekt vor Lehrern und ihrer Arbeit. Nun glaube ich zu erahnen, was den Reiz des Berufes ausmacht. Aber auch wie anstrengend er sein kann!